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llms.txt

llms.txt ist eine Textdatei im Wurzelverzeichnis einer Website, die KI-Systemen in kompakter Form zeigt, welche Inhalte es gibt und wo sie liegen.

llms.txt ist eine Datei im Wurzelverzeichnis einer Website, die KI-Systemen in kompakter Form mitteilt, welche Inhalte es gibt und wo die maßgeblichen Fassungen liegen. Gedacht ist sie als Wegweiser: eine kurze Beschreibung der Website und eine kommentierte Liste ihrer wichtigen Seiten in Markdown.

Was steht in einer llms.txt?

Ein Titel, ein Absatz zur Einordnung, dann Abschnitte mit Links und je einem Satz, warum diese Seite relevant ist. Verbreitet ist zusätzlich, zu jeder wichtigen Seite eine Markdown-Fassung ohne Navigation und Werbung anzubieten.

Der Zweck ist Reduktion. Eine gerenderte Seite besteht zu einem großen Teil aus Menüs, Bannern und Skripten. Was für ein Modell zählt, ist der Text, und der lässt sich sauber ausliefern, statt aus HTML herausgeschält zu werden. Das spart Platz im Kontextfenster und senkt die Fehlerquote beim Lesen.

Ist das etabliert?

Nein, und das gehört zur ehrlichen Antwort. llms.txt ist ein Vorschlag aus der Community, kein Standard, den die großen Anbieter zugesagt haben zu lesen. Anders als robots.txt oder sitemap.xml hat die Datei keine offizielle Rolle.

Wer sie anlegt, sollte deshalb keine Wirkung auf Rankings oder Zitierhäufigkeit erwarten. Der Aufwand ist allerdings gering, und die Nebenwirkungen sind angenehm: Wer eine llms.txt pflegt, muss beantworten, welche Seiten die maßgeblichen sind. Diese Frage ist für Generative Engine Optimization ohnehin die zentrale.

Was stattdessen sicher wirkt

Drei Dinge, die unabhängig von diesem Vorschlag zählen.

Saubere Auslieferung des Textes: Inhalte, die serverseitig im HTML stehen, statt erst durch Skripte im Browser zu entstehen. Was ein Crawler nicht ohne Ausführung sieht, kann er nicht verwerten.

Maschinenlesbarer Bezug: Strukturierte Daten sind ausgewertet, dokumentiert und tatsächlich etabliert.

Zitierfähige Abschnitte: Frage als Zwischentitel, Antwort direkt darunter, ohne Rückbezug auf den Rest der Seite.

Kurz gesagt: llms.txt ist ein günstiges Experiment mit ungewissem Nutzen. Wer die drei Punkte darüber nicht erledigt hat, sollte dort anfangen.

Wie eine llms.txt aussieht

Der Aufbau ist bewusst schlicht. Eine Überschrift mit dem Namen der Website, darunter ein Absatz in Blockzitat-Form, der in zwei Sätzen sagt, was das Unternehmen macht. Dann Abschnitte wie „Leistungen", „Referenzen" oder „Glossar", je als Liste aus Link und einem erklärenden Halbsatz.

Wichtig ist die Auswahl. Eine llms.txt, die jede Unterseite auflistet, hat keinen Wert gegenüber einer sitemap.xml. Der Nutzen entsteht durch Weglassen: zehn bis dreißig Seiten, die wirklich maßgeblich sind.

Zwei praktische Hinweise. Die Datei gehört unter /llms.txt ins Wurzelverzeichnis, damit sie ohne Suche zu finden ist. Und sie veraltet wie jede handgepflegte Liste, weshalb sie besser aus dem Inhaltsbestand erzeugt wird als von Hand geschrieben.

Wer sie testen will, braucht kein Werkzeug: Gib einem Answer Engine die Adresse der Datei und frage, was das Unternehmen anbietet. Was dabei herauskommt, zeigt, ob die Auswahl trägt.